2019-07-12

Römerstadt Carnuntum wächst zur antiken Größe heran

Jetzt auch Einblicke in den antiken Handel

Die Römerstadt Carnuntum in Petronell, Bezirk Bruck/Leitha, ist wieder um eine Attraktion reicher. Mit dem Abschluss der Rekonstruktion der Gewerbezone an der Südstraße bei den Häusern eins bis drei bekommt man einen Einblick in den Handel und die Produktion von Waren bei den alten Römern. Bis 2022 soll ein komplettes römisches Stadtviertel errichtet werden. Bei der Eröffnung der neuen Gebäude hob Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner als Kulturreferentin der Landesregierung hervor, dass diese Art der Kulturvermittlung es möglich mache, römisches Leben im wahrsten Sinn des Wortes zu begreifen und selber nachzuvollziehen.

„Für die noch zu errichtenden Gebäude warten wir noch den kompletten archäologischen Befund der Grabungen bei der Villa Urbana ab“, teilte Markus Wachter, Geschäftsführer der Archäologische Kulturpark Niederösterreich Betriebsgesellschaft m.b.H., dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit. „Denn darauf werden auch der hintere Teil dieses Gebäudekomplexes und die zwischen der Villa Urbana und der Therme gelegenen Markthalle rekonstruiert. So können wir dann ein komplettes Stadtviertel unseren Besuchern zeigen und auch einen Einblick bieten, wie dicht Carnuntum damals verbaut gewesen ist“, so Wachter. Das Budget für die Fertigstellung der Rekonstruktionen belief sich auf 500.000 Euro.

Sehr großes Interesse wird auch der Carnuntum App entgegengebracht, die bereits über 7.000 mal heruntergeladen wurde. Sie ergibt einen virtuellen Blick auf die Römerstadt, insbesondere zu jenen Orten, die nicht rekonstruiert sind.

Als wichtig nennt Wachter, die Marke Carnuntum weiter zu entwickeln und immer neue Anreize für die Besucher zu schaffen. Dazu gehört auch die mögliche Aufnahme des Donau-Limes - der Grenze des Römischen Reiches - mit Bayern, Österreich, Slowakei und Ungarn in das Weltkulturerbe der UNESCO, was die Einzigartigkeit von Carnuntum unterstreicht.

Auch heuer finden wieder das Römerfest am dritten und vierten Wochenende im Juni sowie das Fest der Spätantike am 17. und 18. August statt. Zum Römerfest werden 12.000 Besucher und 220 Darsteller sowie im August etwa 4.500 Besucher und 200 Darsteller erwartet. Seit der Öffnung am 18. März konnten 42.500 Besucher begrüßt werden, was laut Wachter im Durchschnitt der letzten Jahre liegt.

Der Archäologische Kulturpark Niederösterreich setzt sich aus der Römerstadt Carnuntum in Petronell sowie dem Carnuntinum und dem Amphitheater Militärstadt in Bad Deutsch-Altenburg zusammen. Ein Viertel der Besucher sind Schulen und drei Viertel Individualbesucher. 70 Prozent davon kommen aus Österreich, zehn Prozent aus der Slowakei und 20 Prozent aus 70 anderen Nationen. (hm)

www.carnuntum.at

 

Foto:

Immer neue Attraktionen gibt es in Carnuntum zu sehen.

Foto: LBI ArchPro, 7reasons