2018-08-17

Slowakische Filme auch international erfolgreich

Nach langer Pause geht es bergauf

von Mirka Huber

 

Jahrelang war die slowakische Kinematografie eingeschlafen. Langsam fand sie den Weg zurück ins Leben. Immer mehr erobern slowakische Filme auch ausländische Festivals.

 

„Slowakische Filme, die vergangenes Jahr veröffentlicht wurden, waren nicht nur auf internationalen Festivals erfolgreich. Auch auf nationaler Ebene werden slowakische Produktionen immer attraktiver und verbreiteter,“ sagt Marek Leščák, Mitglied des Vorstandes der Slowakischen Film- und Fernsehakademie. Diese Entwicklung führte dazu, dass die Preisverleihung 'Slnko v sieti' (Sonne im Netz) der Slowakischen Film- und Fernsehakademie nun jährlich stattfinden wird.

Die Preisverleihung 'Slnko v sieti' fand seit 2006 alle zwei Jahre statt. Sie bewertet Filme in 16 Kategorien. 2017 wurde sie vor allem von zwei Filmen dominiert: 'Masaryk' und 'Učiteľka'.

'Masaryk' von dem Regisseur Julius Ševčík erhielt acht Auszeichnungen. Im Film versucht die Hauptfigur, der im Exil lebende tschechische Diplomat Jan Masaryk, die Eroberung seiner Heimat durch die Nazis zu verarbeiten.

Der Film 'Učiteľka' erhielt vier Preise. Die Geschichte ereignet sich in den 80. Jahren. Eine Lehrerin versucht durch die Kinder in ihrer Klasse Eltern zu manipulieren.

Heuer fand 'Slnko v sieti' am 6. April statt. Danach, von 9. April bis 15. April 2018, fand die Woche der slowakischen Filme statt. Die Filmwoche zeigte Produktionen aus dem Jahr 2017, die bereits zahlreiche Preise im Ausland bekommen haben. Unter anderem Filme 'Vábenie výšok' von Pavol Barabáš, 'Špina' von Tereza Nvotová oder 'Únos' von Mariana Čengel-Solčanská. Dazu haben verschiedene Diskussionsrunden stattgefunden.

Erfolge im Ausland

Viele der slowakischen Filme sind schon mehrfach ausgezeichnet und fanden ihre Fans auch hinter der slowakischen Grenze. So auch der Film 'Špina' von Regisseurin Tereza Nvotová. Er erhielt den Preis der Tatra Banka Stiftung für Künstler unter 35 Jahren, zwei Auszeichnungen vom Slowakischen Kunstfilmfest in Košice, den Preis für den Besten Spielfilm beim Nisa Film Fest in Deutschland, den Portugiesischen Festpreis - New Directors, New Films, sowie den Preis für den besten Spielfilm beim Festival des tschechischen und slowakischen Films in Australien. Der Film nähert sich sehr authentisch dem Thema der sexuellen Gewalt.

Der 2017 ausgezeichnete Film 'Učiteľka' von Jan Hřebejk ist einer von sechs slowakischen Filmen und Koproduktionen, die beim 11. Festival der slowakischen und mitteleuropäischen Filme in der französischen Stadt Cran-Gevrier gezeigt wurden. Dieses Festival entstand aus einer langfristigen Partnerschaft zwischen der Städten Cran-Gevrier und Trenčín und findet alle zwei Jahre statt. Neben dem Film 'Učiteľka' kämpften auch weitere slowakischen Filme um drei Festivalpreise.

Der Film 'Piata loď' von Regisseurin Iveta Grofová, gedreht nach einem slowakischen Buch, wurde bereits bei 40 Festivals weltweit gezeigt. Im Dezember 2017 gewann er den Hauptpreis des 4. Chinesischen Internationalen Filmfestivals Silk Road.

In der Slowakei noch unbekannt, im Ausland schon ausgezeichnet ist der Kurzfilm 'Sonja' von Regisseur Maroš Milčík. Er erzählt die Geschichte einer Frau, die ihr Sehvermögen mit 13 Jahren verloren hat und trotzdem zu einer erfolgreichen Töpferin geworden ist. Den Film haben bereits Zuschauer in Rom, New York und London gesehen. Außerdem gewann der Film Preise für die beste Kinematographie und den besten Kurzfilm beim Londoner Film Festival.

 

Bild:

Der Film „Špina“ nähert sich sehr authentisch dem Thema der sexuellen Gewalt. Im Bild: Dominika Morávková-Zeleníková, Anna Šišková.

Foto:

©2017 Film Špina