2018-12-01

"Ziel, Marktführer zu werden"

Gespräch mit Vladimir Bakeš, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der KOOPERATIVA

„Hunderttausend Verträge im ersten Halbjahr“

 

Vladimir Bakeš ist Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der zweitgrößten Versicherung der Slowakei, der KOOPERATIVA poistovna, a.s. 60 verschiedene Versicherungsleistungen für derzeit rund 1,5 Millionen slowakische Kundinnen und Kunden hat die größte slowakische „Tochter“ der Vienna Insurance Group (VIG) zu bieten. Wir sprachen mit dem Top-Experten, der auch Präsident des Slowakischen Versicherungsverbandes ist, über die aktuelle Lage.

Herr Generaldirektor Bakeš, wie steht heute die Kooperativa im Ranking der Versicherer?

Bakeš: Punkto Marktanteil sind wir die Nummer zwei, mit dem Ehrgeiz, Marktführer zu werden. Derzeit beträgt unser Marktanteil 20 bis 21 Prozent.

Wie sieht die Entwicklung in den einzelnen Sparten aus?

Die Umsatzentwicklung der Nicht-Lebensversicherung im Vergleich zur Personenversicherung hat im Laufe des Jahres dynamisch zugenommen. Vor allem die Kfz-Versicherung – Haftpflicht und Kasko. Wir haben in diesem Bereich nach vielen Jahren die Preise angepasst, denn wir wollen die hohe Leistungsqualität erhalten und die Sicherheit für die Versicherten gewährleisten.

In der Lebensversicherung liegen wir schon bei über 30 Prozent Marktanteil. Es setzt sich der Trend zur Risiko-Lebensversicherung fort, um Arbeitsunfähigkeit, Verletzungsrisiko und Einkommensverluste abzudecken – also den modernen Anforderungen unserer Kundinnen und Kunden gerecht zu werden.

 

Im April dieses Jahres sind Sie ja auch eine Kooperation mit der Slovenska Šporitel’na eingegangen.

 

Ja, die Entwicklung der Bankenversicherung gehört zu den Prioritäten der ‚Agenda 2020‘, wie sie auch andere Unternehmen der Vienna Insurance Group durchführen. Die Untersuchungen haben ergeben, dass der größte Nutzen für die Kunden der Bank und der Versicherungsgesellschaft durch die Kombination der Ressourcen und Kompetenzen beider Unternehmen erreicht wird. Hauptziel ist es, die breiten Möglichkeiten der Beratung am Bankschalter mit dem Partner der Erste Group für unsere Kunden zu nutzen. Mit dieser Kooperation sind wir nun der größte Bankpartner in der Slowakischen Republik.

 

Schon ein Viertel „virtuell“

Wie geht es mit der Digitalisierung voran?

Während noch 75 Prozent aller Versicherungsverträge „analog“ verkauft werden, liegt die Quote der digitalen Verkäufe immerhin schon bei 25 Prozent, Tendenz steigend. Ein Viertel aller Schadensmeldungen erfolgt bereits über virtuelle Kanäle.

Wir haben soeben unser neues Kundenportal vorgestellt, wo man per Passwort einsteigen und alles im Überblick finden kann. Das entlastet unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich verstärkt um die individuelle Beratung der Kunden kümmern können.

 

Sie sind ja auch Präsident des Slowakischen Versicherungsverbandes und sowohl als Kooperativa-Chef als auch in der Verbandsfunktion hatten Sie keine leichte Zeit.

 

Die vergangenen zwei Jahre und besonders die letzten Monate standen im Zeichen von vielen Veränderungen im Zusammenhang mit Konsumenten- und Datenschutz. Ich nenne hier nur die Datenschutz-Grundverordnung, die EU-weit alle Unternehmen betrifft, aber auch andere Regelungen zu Transparenz und wirtschaftlicher Sicherheit, wie Solvency II. Maßnahmen, deren Umsetzung sicher mehrere Millionen Euro kostete.

Zäh verhandeln mussten wir in der Slowakei in der Gesetzesmaterie zur Einführung einer Versicherungssteuer auf Nicht-Lebensprodukte. Diese sieht eine achtprozentige Abgabe an den Staat vor, die von den Versicherungsunternehmen für die Kunden abzuführen ist. Bei einer durchschnittlichen Ertragsrate dieser Versicherungsprodukte von vier Prozent wird es also nicht zu vermeiden sein, die Prämien zu erhöhen.

 

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Bild:

Auf dem Weg zur Nummer Eins unter den Versicherern: Kooperativa-Chef Vladimir Bakeš.

Foto: Julli Tibenská