2018-09-01

ÖBB: zweigleisig nach Bratislava

Ausbau in Niederösterreich begonnen

Streckenausbau Wien - Bratislava startet im niederösterreichischen Bauabschnitt

 

Bis 2023 wird die gesamte Marchegger Ostbahn unter laufendem Betrieb elektrifiziert und abschnittsweise zweigleisig ausgebaut. Der Streckenausbau Wien - Bratislava erreicht jetzt Niederösterreich. Mit dem Spatenstich für den Umbau des Bahnhofs Raasdorf und der Haltestelle Glinzendorf setzten am Donnerstagvormittag die ÖBB-Infrastruktur, das Land Niederösterreich und die beiden Gemeinden den symbolischen Auftakt dafür.

"Damit rücken die beiden EU-Hauptstädte Wien und Bratislava noch näher zusammen, da sich die Fahrzeit zwischen den beiden Hauptbahnhöfen von derzeit 66 auf 40 Minuten verkürzen wird", streicht Franz Bauer, Vorstandsdirektor der ÖBB-Infrastruktur AG, den für die Fahrgäste augenscheinlichsten Vorteil hervor.

Doch nicht nur die Verbindung der beiden Ballungsräume zählt. "Durch die Modernisierung der Bahnhöfe und Haltestellen entlang der Strecke profitieren auch die Menschen, die hier täglich zum Pendeln ein- und aussteigen", betont Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner beim Spatenstich.

Dass die Fahrgäste in Zukunft sicher und barrierefrei zu den neu errichteten Bahnsteigen gelangen werden, freut auch die Bürgermeister der ersten beiden Gemeinden, die vom Ausbau profitieren. "Damit der Umstieg vom Auto auf die Bahn leichter fällt, wird am Bahnhof Raasdorf eine Park&Ride-Anlage mit Platz für 69 PKW, 12 Motorräder und 23 Fahrräder entstehen", erklärt Walter Krutis, Bürgermeister von Raasdorf. In Glinzendorf werden künftig 21 PKW und 20 Fahrräder parken können.

Einen weiteren Vorteil streicht der Glinzendorfer Bürgermeister Andreas Iser hervor: "Weil sämtliche Bahnübergänge entlang der Strecke durch Unter- oder Überführungen ersetzt werden, oder Ersatzwege errichtet werden, fällt die Wartezeit am Schranken weg. Außerdem erhöht das die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer."

Im Gemeindegebiet von Raasdorf werden alle drei Eisenbahnkreuzungen durch Überführungen ersetzt, die Landesstraße L3010 in Glinzendorf wird künftig unter der Bahn durchführen.

Modernisierung der Strecke Stadlau - Marchegg - Staatsgrenze

Die bestehende eingleisige, nicht elektrifizierte Strecke, mit 37,5 km Länge ist aktuell voll ausgelastet. Um die Kapazitäten zu erhöhen und den Fahrgästen bessere Verbindungen bieten zu können, wird sie unter Aufrechterhaltung des regulären Zugbetriebs ausgebaut. Die Gesamtinvestition in den Ausbau der Strecke beträgt insgesamt rd. 539 Mio. Euro und wird von der EU gefördert. Bereits seit September 2016 wird am Wiener Abschnitt gearbeitet, die Eröffnung der Strecke zwischen Erzherzog-Karl-Straße und Wien Aspern Nord steht knapp vor Fahrplanwechsel im Herbst 2018 am Plan. Jetzt wird der niederösterreichische Abschnitt (ca. 30 km) gestartet und abschnittsweise zweigleisig und elektrifiziert ausgebaut.

Schneller, sicherer und weniger Lärm

Damit kann die Streckengeschwindigkeit künftig von aktuell 120 km/h auf eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h angehoben werden und es ist eine Fahrzeitverkürzung von ca. 25 Minuten zwischen Wien und Bratislava möglich. Um die Verkehrssicherheit für alle Beteiligten wesentlich zu erhöhen, werden die 21 bestehenden Eisenbahnkreuzungen entlang der Strecke durch Über- oder Unterführungen ersetzt. Zum Schutz der Siedlungsgebiete errichten die ÖBB moderne Lärmschutzwände. Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrerinnen und Radfahrer können etliche Bahnbegleitwege künftig als Spazier- oder Radweg zusätzlich nutzen. Des Weiteren werden der Unter- und Oberbau nach dem neuesten Stand der Technik ausgeführt.

Kundenfreundliche, moderne Bahnhöfe

Neue Personendurchgänge, barrierefreie Zugänge, komfortables Ein- und Aussteigen durch höhengleiche Bahnsteigkanten, vor der Witterung schützende Bahnsteigdächer, transparente Wartekojen sowie kundenfreundliche Wegeleit- und Informationssysteme bieten die Bahnhöfe künftig ihren Fahrgästen. Dazu gehören: Hst. Wien Hirschstetten, Bf. Raasdorf, Hst. Glinzendorf, Bf. Siebenbrunn-Leopoldsdorf, Hst. Untersiebenbrunn, Bf. Schönfeld-Lassee, Hst. Breitensee. Beim Bahnhof Marchegg wurden die Umbauarbeiten bereits im Vorfeld durchgeführt und im Dezember 2015 abgeschlossen.

 

Foto:

Spatenstich in Raasdorf mit NÖ-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bürgermeistern

Foto: ÖBB/Zenger