2018-09-02

Mehr ausländische Arbeitskräfte für Slowakei

Weniger Bürokratie soll helfen

Wegen des akuten Mangels an Arbeitskräften will die Slowakei bürokratische Hürden für Unternehmen reduzieren, kündigte Regierungschef Peter Pellegrini am kürzlich an. Derzeit sei die Slowakei mit nur einem Prozent Ausländeranteil Schlusslicht innerhalb der Mitgliedsländer der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), erklärte der Sozialdemokrat.

Der Unternehmerverband RUZ hatte den Mangel vor allem an Fachkräften für die Automobil- und Zulieferindustrie als "alarmierend" bezeichnet. Schuld sei hautsächlich die Bürokratie, sagte RUZ-Präsident Mario Lelovsky nach Gesprächen mit dem Regierungschef. So dauere es rund 150 Tage, alle Anmeldeformalitäten für die Beschäftigung von Nicht-EU-Bürgern zu erledigen.

In der slowakischen Bevölkerung herrschen allerdings starke Vorbehalte gegen die Beschäftigung von Ausländern. In Industriestandorten, in denen bereits jetzt ausländische Arbeiter insbesondere aus Serbien leben, gab es in den vergangenen Monaten Protestkundgebungen und Unterschriftensammlungen gegen Niedriglohnkonkurrenz und angebliche kriminelle Risiken. Traditionell ist die Slowakei kein Aufnahmeland, sondern versorgte selbst jahrzehntelang westliche EU-Länder mit Arbeitskräften. Auch die Aufnahme von Flüchtlingen wird von keiner slowakischen Parlamentspartei befürwortet./ct/DP/tos

 

 

Quelle: dpa

 

Foto: Premierminister Pellegrini

Foto: Monika Haima Kovacova