2018-02-12

Wien sucht nach neuem Fernbus-Terminal

Wirtschaftsvertretung plädiert für Verteilerkreis Favoriten

 

Die Wirtschaftskammer Wien hat sich für einen Fernbus-Terminal am Verteilerkreis entschieden. Favoriten möchte davon nichts wissen.

Die Wirtschaftskammer möchte das Thema „Smart City“ weiter vorantreiben und dieses Unterfangen weltweit als Vorzeigeprojekt präsentieren. In Erdberg ist die Zahl der An- und Abfahrten innerhalb von zwei Jahren bereits von 59.000 auf 79.000 gestiegen. Pro Tag sind 220 Fernbusse von und nach Erdberg unterwegs. Dieser Standort soll nun ersetzt und modernisiert werden.

Die Stadt Wien prüft jedoch noch einen weiteren möglichen Standort am Hauptbahnhof. „Da sind wir wieder mitten im Stadtverkehr. Wir müssen an die Peripherie ausweichen”, meint Davor Sertic, Obmann der Sparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Wien. Er ist überzeugt, dass ein Busterminal am Verteilerkreis den Busverkehr in der Innenstadt entlasten würde.

Aushängeschild für die Stadt

Bei der Erarbeitung des „Vorzeigeprojekts“ wurden Bedürfnisse von Fahrgästen, AnrainerInnen, UnternehmerInnen und TerminalbetreiberInnen berücksichtigt.

Der Terminal soll 850 Arbeitsplätze schaffen und könnte rund 650 Millionen Euro an Wertschöpfung erwirtschaften. Die geplanten 300 Busse am Tag sind barrierefrei und wettergeschützterreichbar. Gedeckte und beheizte Warteräume, eine Kiss&Ride Zone, digitale Anzeigetafeln, Büro-, Lager- und Verkaufsflächen, teilweise durchgehend geöffnete Geschäfte, Gastronomie, Bereiche für Car-Sharing, Taxis sowie  Busparkplätze, WCs, Duschen und WLAN sind in den Plänen mit inbegriffen und berücksichtigt worden. Mit der zusätzlichen direkten, wettergeschützten und barrierefreien Anbindung an die U1 in die Innenstadt sowie der nahegelegene Anbindung an die A23 soll dieses Vorhaben zu einer Aufwärtung der Stadt führen.

Bezirk weigert sich

„Der Bezirk Favoriten hat sich ablehnend geäußert, der Standort wäre jedoch aufgrund der nicht genutzten Fläche optimal“, erklärt Setic, „auch die Favoritenstraße würde dadurch für Touristen attraktiver werden“. Favoriten warnt vor einer zusätzlichen Belastung im Berufsverkehr. Der Spartenobmann ist da anderer Meinung: „Die Fahrpläne sind über den ganzen Tag verteilt, sodass auch der Früh-und Abendverkehr nicht zusätzlich belastet werden würde“.

Der Spatenstich ist laut WKO für 2020 vorhergesehen. Die Kosten würden sich auf rund 50 Millionen Euro belaufen, die mit Investoren oder einer gemeinsame Finanzierung mit der Stadt zu bewerkstelligen wäre.

 

 

Bild: Die Zukunft für den Verteilerkreis? So sieht die Umsetzung der WKO aus.

Montage: WKW