2017-11-21

DSIHK: Erhöhung der Lohnzuschläge gefährdet Industriestandort Slowakei

Die in der Deutsch-Slowakischen Industrie und Handelskammer (DSIHK) organisierten Industrieunternehmen schlagen Alarm: Die von der Regierung beabsichtigte dramatische Erhöhung der Mindestzuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit gefährdet den Industriestandort Slowakei. Einer der stärksten Vorteile der Slowakei, die flexible und relativ kostengünstige Einrichtung von Nacht- und Wochenendschichten droht mit einem Schlag verloren zu gehen.

 

Der Entwurf der Novelle des Arbeitsgesetzbuches befindet sich seit 10. November im parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren. Darin ist vorgesehen, dass die gesetzlichen Mindestzuschläge für Nachtarbeit von derzeit 20 auf 50 Prozent des Mindestlohnes steigen. Ebenso erhöhen sich die Zuschläge für Feiertagsarbeit von 50 auf 100 Prozent des Durchschnittlohnes. Für Wochenendarbeit wird ein neuer Zuschlag von 100 Prozent des Mindestlohnes auf den Stundenlohn fällig.

Die DSIHK befürchtet ernsthafte Konsequenzen aus dieser gesetzlich eingeleiteten Verteuerung der Arbeitskosten. „Bis jetzt war die Slowakei trotz Facharbeitermangel und starker Lohnerhöhungen immer noch ein attraktiver Industriestandort. Die Erhöhung der Zuschläge droht jetzt die Trendwende einzuleiten“, unterstreicht DSIHK-Geschäftsführer Guido Glania. „Statt weiterer Ansiedlungen und Erweiterungsinvestitionen droht ein Trend zu mehr Verlagerungen und Kapazitätsabbau.“ Ein Nebeneffekt könnte auch massive Automatisierung sein, was gerade die Beschäftigung von Geringqualifizierten treffen könnte.

Die DSIHK fordert, auf eine Erhöhung der gesetzlichen Mindestzuschläge zu verzichten. Angesichts des Facharbeitermangels werde es ohnehin zu marktgerechten Erhöhungen der Zuschläge kommen. Es besteht daher aus Sicht der DSIHK aller Grund, auf diesem Gebiet dem Markt zu vertrauen.

 

Quelle: DSIHK, Foto: Pixabay/emirkrasnic