2017-10-03

Marchfeld-Gemeinden rücken zusammen

Wirtschaftskooperation soll Arbeitsplätze bringen

 

 

Die acht Marchfeld-Gemeinden Aderklaa, Deutsch-Wagram, Gänserndorf, Obersiebenbrunn, Markgrafneusiedl, Parbasdorf, Raasdorf und Strasshof a. d. Nordbahn schließen sich zu einer Wirtschaftskooperation zusammen.

 

Gemeinsamer Wirtschaftsraum Marchfeld

 

„Ziel des gemeinsamen Wirtschaftsraums Marchfeld ist es, die Sichtbarkeit und Attraktivität des Standortes zu erhöhen und somit neue Wirtschaftsbetriebe im Marchfeld anzusiedeln, die zusätzliche Arbeitsplätze schaffen“, betonen LH-Stv. Stephan Pernkopf, Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav, der designierte Verbandsobmann Bgm. Bernhard Wolfram und ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki. Wenn die betroffenen Gemeinderäte grünes Licht geben, kann die Landesregierung der Kooperation zu Jahresende zustimmen. Mit Anfang 2018 könnte die Kooperation in Kraft treten.

 

Neue Kooperation ermöglicht koordinierte Raumentwicklung

 

Das Marchfeld bietet ein gewaltiges Potenzial für Betriebsansiedlungen, die acht Mitgliedsgemeinden verfügen gemeinsam über einen Quadratkilometer Betriebsflächen, das entspricht in etwa der 2,5-fachen Größe des Vatikans. „Durch die Kooperation gibt es hier erstmals eine koordinierte Raumentwicklung, die ein nachhaltiges Haushalten mit Grund und Boden leichter macht. Es entsteht eine Region der kurzen Wege, wovon vor allem die Umwelt profitiert: Finden mehr Menschen in der Region einen Arbeitsplatz, ersparen diese sich das Pendeln. Verkehr, Lärm und Staubbelastungen werden reduziert, die Lebensqualität in allen Gemeinden der Region steigt”, freut sich LH-Stv. Stephan Pernkopf.

 

Durch diese Kooperation wird eine schädliche Standortkonkurrenz innerhalb der Region vermieden, begrüßt Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav das gemeinsame Vorgehen der acht Gemeinden im Marchfeld: „Wir sehen das auch bei anderen Kooperationsprojekten. Gemeinden gelingt in einer Kooperation die Vermarktung ihrer Betriebsflächen besser als wenn sie als Einzelkämpfer auftreten. Im Marchfeld wird dieses Asset besonders zum Tragen kommen, schließlich bietet das Marchfeld zwischen Wien und Bratislava beste Lagen für Betriebe zu vergleichsweise günstigen Preisen. Wie die Marchfelder Schlösser im Tourismus als Marke perfekt etabliert sind, ist das Ziel, dass sich die Wirtschaftskooperation Marchfeld einen Namen macht.“

 

Alle 8 Gemeinden ziehen an einem Strang

 

Herzstück ist die gemeinsame Vermarktung und Markenbildung des gemeinsamen Wirtschaftsraums. Damit die Kooperation jedoch verbindlich gelebt wird, einigten sich die Gemeinden auf eine Aufteilung der Kommunalsteuer bei Neuansiedlungen. „Der Aufteilungsschlüssel sieht vor, dass 82,5 Prozent der Kommunalsteuer des neu angesiedelten Betriebs in der Kooperation der Standortgemeinde zufallen, je 2,5 Prozent erhalten die übrigen Mitgliedsgemeinden. Bestehende Unternehmen sind grundsätzlich ausgenommen. Die Aufteilung soll in den nächsten Wochen in den Gemeinderäten beschlossen werden“, erklären der designierte Verbandsobmann Bgm. Bernhard Wolfram (Aderklaa) und die weiteren Bürgermeister der Kooperation Friedrich Quirgst (Deutsch-Wagram), LAbg. René Lobner (Gänserndorf), Werner Pozarek (Obersiebenbrunn), Franz Mathä (Markgrafneusiedl), Gregor Iser (Parbasdorf), Walter Krutis (Raasdorf) und Ludwig Deltl (Strasshof a. d. Nordbahn). Der Gemeindeverband Wirtschaftskooperation Marchfeld soll seinen Sitz in Gänserndorf erhalten.

 

Bereits im Jänner 2013 starteten die Gemeinden das Projekt gemeinsam mit der Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich ecoplus und der Raumordnungsabteilung des Landes. ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki zeigt sich optimistisch, dass dieses nun mit Jahreswechsel mit dem Beschluss der Landesregierung, abgeschlossen werden kann. Die Vorteile liegen aus Sicht von ecoplus auf der Hand: „Fragt ein Unternehmen bei einer Gemeinde an und hat diese keine passende Fläche, so wird das Unternehmen an eine andere Gemeinde weiterverwiesen. Ohne Kooperation wäre das Unternehmen für das Marchfeld und möglicherweise auch für Niederösterreich verloren. Jede Gemeinde profitiert auch von Ansiedlungen in anderen Gemeinden – es gibt einen Ausgleich, wodurch der ungesunde Standortwettbewerb eingedämmt wird.“

 

Foto (© NLK Burchhart):

 v.l.: Norbert Ströbinger (RU2), Robert Lang (Gänserndorf), Bgm. Werner Pozarek (Obersiebenbrunn), Bgm. Ludwig Deltl (Strasshof a. d. Nordbahn), LAbg. Bgm. René Lobner (Gänserndorf), LH-Stv. Stephan Pernkopf, Bgm. Gregor Iser (Parbasdorf), Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav, Vzbgm. Wolfgang Skofitsch (Markgrafneusiedl), Bgm. Bernhard Wolfram (Aderklaa), Bgm. Friedrich Quirgst (Deutsch-Wagram), Bgm. Walter Krutis (Raasdorf), SUM-Managerin Renate Zuckerstätter-Semela, ecoplus-Geschäftsführer Helmut Miernicki