2019-11-28

„Von Grenzstadt zu Grenzstadt“

Elisabeth Baumann ist seit Sommer neue Leiterin des Presse- und Kulturreferats an der Deutschen Botschaft Preßburg.

 

 

 

 

Von der strategischen Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der Botschaft in den sozialen Medien, dem Kontakt mit Journalisten, der Auswertung der Presse, bis zur Durchführung von Kulturprojekten und vielfältigen Veranstaltungen zur Umsetzung der Ziele deutscher Außenpolitik und der Förderung von Deutsch als Fremd- und Minderheitensprache durch die Vernetzung deutscher Kultur- und Sprachmittler - die nächsten drei Jahre versprechen für Elisabeth Baumann nicht langweilig zu werden.

Als sie und ihr Mann vom neuen Dienstposten in Pressburg erfuhren, war die Vorfreude groß. Schließlich verbrachte die Politikwissenschaftlerin auch in der bayrisch-österreichischen Grenzstadt Passau einige Studienjahre und lernte dort ihren Mann kennen. „So gesehen, und mit einer Mutter aus Südtirol, bin ich das Grenzüberschreiten ja schon gewohnt“, lacht sie. Dass das Gefühl, Deutsche zu sein, oft erst im Ausland bewusst wird, ist eine Erfahrung, die sie bei zahlreichen Auslandsaufenthalten schon während des Studiums gemacht hat.

Elisabeth Baumann arbeitet seit sechs Jahren im Auswärtigen Amt, zuletzt war sie im Stab sowie im Koordinierungsreferat der Abteilung für Europa zuständig für die Abstimmung der Positionen innerhalb Bundesregierung für den Europäischen Rat, dem Gremium der EU Staats- und Regierungschefs. Für ihren ersten Auslandsposten bringt sie Neugier und Aufgeschlossenheit, Freude an der Kommunikation und der Vermittlung wichtiger Themen mit. Und das Denken einer wirklich neuen Generation: „Gerade auch als Mutter eines Kleinkindes bewegt mich die Klimakrise sehr.“. Ihre Dienstantrittsreise tat sie folgerichtig per Zug.

Der zweijährige Jonathan – „er wird schon ganz slowakisch Jonathanko gerufen“ – ist in den verantwortungsbewussten Händen seines Vaters. Auch diese Rollenverteilung ist sehr neu: dieser kam mit, als „Mitausreisender Partner“, wie es im strengen preußischen Dienstsprech heißt. Der Jurist legt für die Familie eine berufliche Pause im Bundeswirtschaftsministerium ein und möchte die Zeit in Bratislava nutzen, um die slowakische Sprache zu lernen und das Land kennenzulernen und sich auch im Bereich Kultur zu engagieren.

In der zweiten Jahreshälfte 2020 wird Deutschland wieder die EU-Ratspräsidentschaft innehaben. Eine Funktion, die auch die deutsche Diplomatie in der Welt beschäftigt, angesichts der bekannten Großprobleme in den nächsten Zeiten ganz besonders. Die wichtige Aufgabe der Kommunikation kommt dann besonders auf die deutschen Botschaften in Europäischen Mitgliedsländern zu, auch auf Elisabeth Baumann und ihr Team.

In diesem Jahr, 30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, steht aus deutscher Sicht das Jubiläumsjahr der Friedlichen Revolution im Vordergrund. Mit einem großen Festkonzert gemeinsam mit dem Bruno-Walter-Orchester unter Jack Martin Händler und einer Ausstellung der Botschaft zum Thema „Freiheit und Identität“ konnte Elisabeth Baumann nach der Sommerpause gleich voll in die Kulturarbeit einsteigen.

 

 

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Die Diplomatin, die schon an der Donau, in Neu-Ulm, aufgewachsen ist und in Passau studiert hat, freut sich darauf, mit Ihrer Familie in den nächsten Jahren in Pressburg ein paar Wurzeln zu schlagen.

Foto: PZ/cm