2019-10-24

Großes Interesse an Bratislava Umland Management

Zahlreiche kleinere und größere Projekte

2. Bratislava Umland Konferenz: 180 TeilnehmerInnen aus Österreich und der Slowakei beim Jahresevent

Bratislava/Primatialpalais: Am Donnerstag, dem 17. Oktober fand bereits zum zweiten Mal die jährliche Konferenz des EU-geförderten Projekts baum2020 statt. „Wo beginnt und endet Bratislava?“ war die ambitionierte Fragestellung für die 6 Vortragenden der Konferenz. Eine international besetzte Podiumsdiskussion ergänzte die Fachvorträge um Empfehlungen für Bratislava und sein österreichisches Umland. Von den 180TeilnehmerInnen waren ca. die Hälfte aus Österreich – der Großteil aus Niederösterreich und dem Burgenland, aber auch einige Wiener interessierten sich für die Metropole nebenan. Die Gästeliste war hochkarätig besetzt: Der Oberbürgermeister von Bratislava, Mitglieder von regionalen Parlamenten, Bürgermeister der Region und leitende Beamte aus Niederösterreich, dem Burgenland und Bratislava, EU-Experten und zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger.

Bratislavas Oberbürgermeister Matúš Vallo eröffnete die Konferenz gemeinsam mit Bürgermeister Karl Grammanitsch aus dem niederösterreichischen Lassee und Harald Ladich vom Regionalmanagement Burgenland.

Fortschrittsbericht für die letzten 12 Monate: Asbestproblematik, Bus 901, Neues Stadtviertel an der Grenze: Zum Start präsentierte Christian Berger (NÖ.Regional.GmbH) aus dem Projektteam von baum2020 den Fortschrittsbericht für die letzten 12 Monate. Das Projektteam wurde dabei als Vermittler auch in heiklen Themenbereichen tätig: von der Initiierung von Messungen zu einer möglichen Asbestbelastung im Grenzraum (es konnte Entwarnung gegeben werden) bis hin zur Organisation von Infotreffen zur Erhaltung des grenzüberschreitenden Busses 901 (Bratislava - Wolfsthal - Hainburg). Weiters wurden auch Informationstreffen für österreichische Anrainer­gemeinden organisiert, um über die Pläne eines Immobilienentwicklers zu informieren: dieser plant den Bau eines neuen Stadtviertel in unmittelbarer Nähe zur Staatsgrenze bei Kittsee. Mit diesem Viertel wird die Stadt Bratislava über die Autobahn D2 (bisherige Grenze des bebauten Gebietes von Bratislava) hinaus expandieren in Richtung der österreichischen Nachbargemeinden.
 

Hat Bratislava 600.000 Einwohner? Ist Wien Teil von Bratislava? Die Fachvorträge brauchten hochinteressante Fakten und neue Fragen zu Tage: Martin Sveda und Peter Barlik beeindruckten beispielsweise mit Ihrer Analyse von Mobilfunknetzdaten: während der Woche halten sich mehr als 600.000 Menschen in Bratislava auf, die Stadt hat offiziell aber nur ca. 433.000 EinwohnerInnen. Auch die Studentin Claudia Schaefers hatte im 2. Block Interessantes zu berichten: ca. 50% der von ihr befragten Slowakinnen und Slowaken, die im nahen österreichischen Umland leben, pendelt zur Arbeit nach Bratislava. Der niederösterreichische Schriftsteller Martin Leidenfrost, der 12 Jahre in Bratislava gelebt hatte und nun im Burgenland ansässig ist lieferte ebenso interessante Erkenntnisse, warf aber auch neue Fragen auf z.B.: „Gehört Wien zu Bratislava?“ oder etwas philosophischer „Gehört Bratislava eigentlich zu Bratislava?“. Tatsächlich ist die grenzübergreifende Stadtregion in vielen Bereichen bereits Realität im Alltag der Bewohner des slowakisch-österreichischen Grenzgebietes. Zur Verdeutlichung: die zwei niederösterreichischen Orte Berg und Wolfsthal und der burgenländische Ort Kittsee sind nur 7 Kilometer Luftlinie und jeweils max. 15 Autominuten von der Altstadt der slowakischen Hauptstadt entfernt.

Die Veranstalter waren rundum zufrieden mit dem großen Interesse an der Veranstaltung wie Christian Berger von der NÖ.Regional.GmbH erklärte: „Das Interesse an der Konferenz war schon im Vorfeld enorm, wir waren 1 Woche vorher bereits ausgebucht“. Auch Projektpartner Harald Ladich von der Regionalmanagement Burgenland GmbH war zufrieden: „Rund 90 Österreicher sind für die Konferenz nach Bratislava gekommen, ein schöner Erfolg. Im Herbst 2020 wird übrigens die nächste BAUM-Konferenz im burgenländischen Kittsee stattfinden“. Die BAUM-Konferenz wurde übrigens gemeinsam durch die Stadt Bratislava, die NÖ.Regional.GmbH und dem Regionalmanagement Burgenland – als Projektpartner von baum2020 - organisiert.

  

baum2020 ist eine Plattform der Stadt Bratislava und der österreichischen Umlandgemeinden zu Fragen der Raumentwicklung und zur Initi­ierung gemeinsamer Projekte. Damit haben sich die Bundesländer Niederösterreich und Burgenland - im Projekt vertreten durch NÖ.Regional.GmbH und Regionalmanagement Burgenland GmbH - und die Stadt Bratislava die dauerhafte Etablierung eines Stadt-Umland-Managements zum Ziel gesetzt. Der erste große Schritt hierbei war die Installierung eines gemeinsamen Koordinationsbüros für diese mitteleuropäische Stadtregion im Herbst 2017. Dieses Projektbüro in Bratislava ist vorerst bis Ende2020 vertraglich gesichert. Dadurch sollen die Beziehungen und der Informationsfluss zwischen der slowakischen Hauptstadt und ihrem österreichischen Umland vertieft werden. Das ist ein zweifellos auch europaweit beispielhafter Meilenstein in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

Das Bratislava Umland Managements wird im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg V-A Slowakei – Österreich 2014-2020 (www.sk-at.eu) aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Die Kofinanzierung in Österreich erfolgt durch das Land Niederösterreich und durch das Amt der Burgenländischen Landesregierung.

Download baum2020-Projektfolder: http://www.projekt-baum.eu/assets/File.ashx?id_org=700028&id_dokumenty=1237

 

 

Foto:

Gut besuchte Konferenz: 180 TeilnehmerInnen bei der 2. Bratislava Umland Konferenz im Primatialpalais in der Altstadt von Bratislava.

Foto: BAUM 2020