2018-11-30

Rücktrittsgrund: Charakter

Miroslav Lajčák zurückgetreten. Hoffen auf seine Kandidatur als Staatspräsident

Slowakischer Außenminister Lajčák gab Rücktritt bekannt
 
 
Der slowakische Außenminister Miroslav Lajčák hat seinen Rücktritt bekannt gegeben. Das bestätigte Ressortsprecher Boris Gandel am Donnerstag, wie die Nachrichtenagentur TASR berichtete. Nähere Informationen sollen erst nach den anstehenden Treffen von Lajčák mit dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Peter Pellegrini und dem Präsidenten Andrej Kiska bekannt gegeben werden, hieß es.

Die Entscheidung des renommierten parteilosen Diplomaten, der von der stärksten Regierungspartei Smer (Richtung) in den Posten gehievt wurde, erfolgte nur wenige Stunden, nachdem das slowakische Parlament am Donnerstagvormittag einen ablehnenden Beschluss zum UNO-Migrationspakt angenommen hatte.

Lajčák, der bis September dieses Jahres Präsident der UNO-Vollversammlung war, hatte das Dokument mitkonzipiert. Der 55-jährige hatte seinen Rücktritt bereits letzte Woche angedroht, sollte der Pakt von der Slowakei abgelehnt werden. Im Parlament stellte sich aber nur der Juniorpartner der Regierungskoalition, die Ungarnpartei Most-Hid, zumindest teilweise hinter den Minister.

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Dass die Slowakei als einziger Visegrad-Staat den Integrationspakt unterschreiben würde, galt schon als kleines Wunder. Nachdem die österreichische rechtsnazionale Regierung ebenfalls umfiel, schien dieser Dammbruch unaufhaltbar. Lajčák zählte neben Staatspräsident Kiska zu den wenigen Politikern mit klarer demokratischer und humanistischer Haltung. Es ist zu hoffen, dass er - vielleicht als Präsidentschaftskandidat 2019 - weiter in der slowakischen Politik tätig bleibt.

 

Quellen: APA, Tasr, PZ

 

Foto: Politische Anständigkeit führte zum Rücktritt: Miroslav Lajčák.

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