2018-11-22

Bratislava Umland Management: 1. Konferenz

Durch's Reden kommt die Region zusammen

1. Konferenz für Bratislava und sein österreichisches Umland lockte mehr als 200 Teilnehmer nach Hainburg.

Hainburg an der Donau/Kulturfabrik: Am Dienstag, dem 16. Oktober standen Fragen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Österreich und der Slowakei im Mittelpunkt einer ganztägigen Konferenz. Mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – davon ca. ein Drittel aus der Slowakei – waren nach Hainburg gekommen. Die Gästeliste war hochkarätig besetzt: der österreichische Botschafter in der Slowakei, Helfried Carl war gekommen, sowie Mitglieder von regionalen Parlamenten, Bürgermeister der Region und leitende Beamte aus Niederösterreich, dem Burgenland und Bratislava, EU-Experten und zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger.

 

Am Vormittag, ab 9.00 Uhr informierten die NÖ.Regional.GmbH, das Regionalmanagement Burgenland und die Stadt Bratislava im Rahmen des EU-Projektes „Bratislava Umland Management 2020“ über die grenzüberschreitende Stadtregion Bratislava und die österreichischen Umlandgemeinden. Bürgermeister Helmut Schmid aus Hainburg begrüßte das internationale Publikum in der Kulturfabrik. LAbg. Bgm. Gerhard Schödinger (Wolfsthal), Bgm. Johannes Hornek (Kittsee) und Bratislavas Vizebürgermeisterin Iveta Plšeková eröffneten dann gemeinsam die Konferenz. Im Anschluss gab es eine Reihe von Fachvorträgen, die dazu dienten die Grenzregion und die Thematik „Stadtregionen“ besser kennenzulernen. Beispielsweise referierte der slowakische Schriftsteller Michal Hvorecký über die kulturellen und geschichtlichen Gemeinsamkeiten der Region. Weiters war auch ein Vortragender aus der Schweiz vor Ort (Herr Manuel Friesecke), der über die Erfahrungen aus der grenzüberschreitenden Stadtregion Basel berichtete.

 

Die Veranstalter waren rundum zufrieden mit dem großen Interesse an der Veranstaltung: wie Walter Kirchler, Geschäftsführer der NÖ.Regional (Projektpartner von baum2020) und Simon Ortner, Generalsekretär der ARGE Donauländer und Leiter der Abteilung Internationale und Europäische Angelegenheiten im Land Niederösterreich erklärten. Kirchler: „Mit der Bratislava Umland Konferenz haben wir den Nerv der Zeit getroffen.“ Ortner ergänzt: „Das große Interesse an der Veranstaltung zeigt, wie wichtig den Bürgerinnen und Bürgern der Region die Themen Europa und grenzüberschreitende Zusammenarbeit sind“. Harald Ladich vom Regionalmanagement Burgenland (ebenso Projektpartner von baum2020) fügt hinzu – „Ein enorm wichtiger Erfolg für uns. Im Herbst 2019 wird die nächste BAUM-Konferenz in Bratislava stattfinden, 2020 im Burgenland. Wir hoffen dann auf ebenso großes Interesse!“.

 

 

Tatsächlich ist die grenzübergreifende Stadtregion in vielen Bereichen bereits Realität im Alltag der Bewohner des slowakisch-österreichischen Grenzgebietes. Zur Verdeutlichung: die zwei niederösterreichischen Orte Berg und Wolfsthal und der burgenländische Ort Kittsee sind nur 7 Kilometer Luftlinie und jeweils ca. 10 Autominuten von der Altstadt der slowakischen Hauptstadt entfernt. Auch Hainburg an der Donau hat natürlich starke Verbindungen zu Bratislava – beispielsweise verkehrt seit nunmehr 10 Jahren eine eigene Stadtbuslinie im Stundentakt von Bratislava über Wolfsthal nach Hainburg. Insofern lag die Entscheidung nahe, diese 1. Konferenz in Hainburg – dem Zentralort im österreichischen Umland von Bratislava – auszurichten.

Der Nachmittag, gestaltet von der ARGE Donauländer, stand dann ganz im Zeichen der EU-Politik: Auf Einladung von Landesrat Martin Eichtinger, in NÖ zuständig für internationale Beziehungen, diskutieren Burgenlands Landtagspräsident Christian Illedits und hochrangige politische Vertreter aus den Regionen Bratislava und Trnava über Perspektiven der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Rahmen der EU Regionalpolitik 2020+. Die Politiker und Politikerinnen beiderseits der Grenze waren sich darin einig, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der nächsten EU-Förderperiode noch mehr Beachtung finden soll.

Vorgestellt wurden auch Best-Practice Projekte und Initiativen zwischen Österreich und der Slowakei – die Projekte „Treasures“, „3E Morava Nature“ und die Initiativen „Danubeparks“ und „Clean Mobility“.

  

baum2020 ist eine Plattform der Stadt Bratislava und der österreichischen Umlandgemeinden zu Fragen der Raumentwicklung und zur Initi­ierung gemeinsamer Projekte. Damit haben sich die Bundesländer Niederösterreich und Burgenland - im Projekt vertreten durch NÖ.Regional.GmbH und Regionalmanagement Burgenland GmbH - und die Stadt Bratislava die dauerhafte Etablierung eines Stadt-Umland-Managements zum Ziel gesetzt. Der erste große Schritt hierbei war die Installierung eines gemeinsamen Koordinationsbüros für diese mitteleuropäische Stadtregion. Dieses Projektbüro in Bratislava ist vorerst bis Ende2020 vertraglich gesichert. Dadurch sollen die Beziehungen und der Informationsfluss zwischen der slowakischen Hauptstadt und ihrem österreichischen Umland vertieft werden. Das ist ein zweifellos auch europaweit beispielhafter Meilenstein in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

Das Bratislava Umland Managements wird im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg V-A Slowakei – Österreich 2014-2020 (www.sk-at.eu) aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Die Kofinanzierung in Österreich erfolgt durch das Land Niederösterreich und durch das Amt der Burgenländischen Landesregierung.

Download baum2020-Projektfolder: http://www.projekt-baum.eu/assets/File.ashx?id_org=700028&id_dokumenty=1237

 

Bild: Die Projektbetreiber von "BAUM"

Foto: NÖ Regional/Kuhness