2018-06-12

Mečiar und Klaus erinnerten sich in Wien

„Unsere Trennung war sehr „soft“!

Zu einer historischen Begegnung luden Institut für den Donauraum, Slowakisches Institut Wien, Österreichisch-Slowakische Gesellschaft und Diplomatische Akademie kürzlich nach Wien ein. Die Politiker Vaclav Klaus und Vladimír Mečiar, „Erfinder“ der Teilung der Tschechoslowakei 1993 und damit der beiden selbstständigen Staaten, sprachen über ihre Erinnerungen aus den denkwürdigen Tagen, da beide – Slowake wie Tscheche – die sanfte Trennung vorbereiteten. Fazit der beiden: „Unsere Beziehungen sind nicht schlechter, sondern eher besser geworden!“

 

Die Gespräche der beiden Staatsmänner fanden hauptsächlich in einer Villa in Brünn statt. Die beiden Protagonisten beschrieben sehr anschaulich, wie viele wirtschaftliche, juridische und andere Schwierigkeiten es gegeben habe, bis die Teilung der Tschechoslowakei vollzogen werden konnte – am Beispiel der Währung oder des Staatshaushaltes.

„Wir hatten den Virus der friedlichen Trennung nach Europa gebracht“, erinnerte sich der ehemalige Premierminister der ersten slowakischen Regierung, Vladimír Mečiar. Immer wieder sei er von allen möglichen Seiten Europas nach dem „Rezept“ für die Trennung gefragt worden – zum Beispiel von den Belgiern und anderen separationswilligen- bzw. gefährdeten Staaten.

Ob es auch Vorteile gegeben hätte, den Staat nicht zu trennen, lautete eine Journalistenfrage. „Wir wussten, dass man in der Inhomogenität kaum leben kann“, erklärte Vaclav Klaus, ehemaliger Staatspräsident der Tschechischen Republik. Zu verschieden seien die Regionen und die Lebensverhältnisse gewesen.

 

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Vaclav Klaus (l.) und Vladimír Mečiar: historische Erinnerungen.

Foto: PZ/cm