2017-12-06

"Smart Streets" wegweisend für Europa

Niederösterreich präsentierte die ersten Gemeinden.

Erste „Smart Streets“ in Österreich

 

„Als absolute Vorzeigeinitiative, die rundum Mehrwert bringt“ bezeichnete Sonja Zwazl, die Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ), das neue, als für ganz Europa wegweisend gedachte „Smart Street“-Muster-Projekt der Initiative SSGM (Smart Safe & Green Mobility). Licht-Management, Verkehrsleittechnik, Laden von E-Fahrzeugen und Handys, Video-Überwachung mit Polizei-Verbindung, Erneuerbare Energie-Nutzung und vieles mehr soll in diesen „intelligenten Straßen“ den Menschen dienen. Neben zehn Unternehmen sind mit Ebreichsdorf, Melk und Vitis auch drei niederösterreichische Gemeinden mit an Bord.

 

Die drei Punkte Digitalisierung, Innovationskraft und Kooperation von Wirtschaft und Kommunen strich Zwazl besonders hervor. „Die neuen Initiativen stehen für eine Verkehrs-Infrastruktur, die mit den Mitteln der Digitalisierung den Menschen und der Wirtschaft hohe Sicherheit und Bewegungsfreiheit verschafft und dabei Fragen der Umwelt und Energieeffizienz optimal einbindet. Und zugleich tun sich für unsere innovativen Unternehmen neue und zukunftsträchtige Geschäftsfelder auf, die nicht nur Arbeitsplätze sichern, sondern auch neue Arbeitsplätze schaffen.“ Entsprechend betonte die WKNÖ-Präsidentin auch ausdrücklich die Leistungen der zehn Unternehmen, die im Zuge ihrer Zusammenarbeit in bisher „ganz normale“ Lichtmaste erst die erforderliche innovative Technologie für die „Straße der Zukunft“ ein- bzw. angebaut haben.

 

Es wäre ganz gleich ob die Menschen zu Fuß, mit dem Rad, dem Auto, öffentlich oder sonst wie unterwegs sind, in den drei projektierten Pilot-Straßen-Abschnitten würde allen Verkehrsteilnehmern optimale und zeitgemäße Fortbewegung ermöglicht, umschreibt Alexander Meissner, Geschäftsführer des Lichtmastenerzeugers Fonatsch aus Melk und Initiator der Initiative SSGM den generellen Nutzen der neuen „Smart Streets“ für die Bevölkerung. Zur Entstehung sagt er: „Wir haben uns gedacht, die Bedürfnisse der Verkehrsteilnehmer sowie die Verkehrsmittel selbst ändern sich gerade dramatisch und wir haben viel Platz in unseren Masten für neue digitale Technik. Daher haben wir uns mit unterschiedliche Leistungen anbietenden Partner-Unternehmen aus ganz Österreich zusammengeschlossen um den Menschen eine digitalisierte Straße bieten zu können, auf der sie noch bequemer, sicherer und leichter von A nach B kommen können“. Gemeinsam wollen die Betriebe dem „Smart Cities“- und „Smart Regions“-Trend folgend „all ihre Ideen und Fähigkeiten in einen Lichtmast hineinpacken und damit den Markt erobern“.

 

Was ihre „Smart Street“ so alles kann erläuterte das SSGM-Konsortium auch im Detail: Es ginge bei den geplanten Leistungen und Verkehrsteilnehmer-Nutzen konkret um bedarfsgerechte Beleuchtung mit Energieeffizienzsteigerung und vernetzte Energie-Autarkie sowie um Ladestationen für E-Bikes, E-Cars aber auch alle tragbaren Computer und Mobiles. Es ginge um eine Verkehrsfluss-gerechte Schaltung von Ampeln und Signalanlagen. Außerdem würden die Sicherheit steigernde Video-Überwachung, Polizei/SOS-Notruf-Anlagen, Lautsprecher und Notbeleuchtung angeboten. Es soll auch die Möglichkeit geben, sich via WLAN, Info-Panels, Touristen-Infos, Umwelt/Wetter-Daten-Info und Fahrgast-Infos am laufenden zu halten. Parkplatz Apps und E-Car-Lade-Apps wären möglich. Auch für die passende Möblierung/Ausstattung mit Sitzgelegenheiten, Workout- und Trainingsgeräten, für die Versorgung mit Strom und Wasser, Mülleimern, Werbebanner & City Lights sei gesorgt.

 

Der Bürgermeister der Stadtgemeinde Ebreichsdorf, Wolfgang Kocevar sagte dazu: „Die Stadtgemeinde Ebreichsdorf ist stolz, gemeinsam mit innovativen Unternehmen, der WKNÖ, der TU Wien, zahlreichen Experten und vor allem auch unter Einbindung der Bevölkerung, einen wichtigen Schritt bei der Entwicklung unserer Stadt zu gehen. Smart City heißt das Gesamt-Projekt und soll mithelfen, die einerseits wachsende Gemeinde sinnvoll, nachhaltig und lebenswert zu gestalten und andererseits den Neubau der Pottendorfer Bahnlinie mit völlig neuem Bahnhof so zu konzipieren, dass sich alle Generationen weiter in allen vier Ortsteilen wohlfühlen und von der Entwicklung Ebreichsdorfs gleichermaßen profitieren.“

 

Bürgermeister Thomas Widrich von der Stadtgemeinde Melk betonte: „Für die Stadt Melk waren mehrere Gründe ausschlaggebend, hier mitzuarbeiten. Die Weiterentwicklung der Stadt wird gefördert, die lang geforderte und angedachte Verbindung des Löwenparks mit der Melker Innenstadt wird geschaffen und das auf innovative, nachhaltige und zukunftsorientierte Weise. Eine tolle Lösung für die Bevölkerung und ein Schritt Richtung Zukunft. Dass ein Melker Unternehmen federführend daran mitarbeitet, machte die Entscheidung hier mitzutun, gleich noch viel einfacher. Das Konzept hat überzeugt, jetzt freuen wir uns auf den Startschuss.“

 

Gemeinderat Franz Schrenk aus Vitis ist überzeugt: „Gerade für unsere kleine Gemeinde im Waldviertel ist es enorm wichtig Schritt zu halten mit der Entwicklung. Wir bieten unserer Bevölkerung einiges an Fortschritt indem wir eine Siedlung ausbauen und damit die ersten Ansätze zur Smart Region umsetzen. Erst mit den innovativen Ideen der SSGM und der Unterstützung, die wir erhalten, ist es möglich ein derartig tolles Projekt zu realisieren. Eine großartige Chance für Vitis.“

 

Gemeindebund-Generalsekretär Dr. Walter Leiss zeigte sich davon begeistert, dass der Trend zu „intelligenter, digitalisierter, multifunktionaler Gemeinde-Straßenbeleuchtung mit hoher Ausrichtung auf den Bürger-Nutzen schon jetzt von zukunftsorientierten Kommunen aufgegriffen und als „Smart Streets“ realisiert werden“. Er gratuliere den 3 Pioniergemeinden ganz herzlich zu „Ihrem Weitblick, schon am Beginn eines Trends einzusteigen und damit in die Lebensqualität ihrer Bevölkerung zu investieren.“ Leiss weiter: „Wir vom Gemeindebund stehen voll hinter den Smart Region-Entwicklungen in Österreich, freuen uns auf diese Musterprojekte und werden sie unterstützen, wo wir können.“

 

Unternehmen           Leistungs-Bausteine

Unwired Networks GmbH  LTE, DLS, Anbindung für Glasfaser, M2M und Sensoren; Komponenten für Internet/Wlan, Marketing-Service

Salzgeber GmbH     Datensicherheit, Digitalisierung, Datenübertragung, Schnittstellen-Management, Sprach- und Notruf-Technik

Siemens AGVerkehrstechnik, Leitsysteme, Verkehrs-Management, Videoanlagen, IT, Marke

Philips Austria GmbH         Beleuchtung/Technik, techn. Know How, Service, Errichtung, Marke und Marketing

EVN AG         Strom, Contracting, Betrieb, Betriebsführung, Instandhaltung, Kommunal-Betreuung, Daten-Management

Zumtobel- ZG Lighting Austria GmbH     Beleuchtung/Technik, techn. Know How, Licht-Berechnung, Steuer-Komponenten, Marke

Exterior Licht Ideenmanufaktur GmbH   Planung, Errichtung, Wartung

congaia solar energy          Solar-Energie, Erneuerbare Energie, Notbeleuchtung

Fonatsch GmbH      Maste, Tragwerk, Schnittstellen-Koordination

Microtronics Engineering GmbH  Leistungs-Bausteine

 

Foto (v.l.n.r): Thomas Widrich (Bürgermeister Stadtgemeinde Melk), Franz Schrenk (GGR für Infrastruktur, Marktgemeinde Vitis), Alexander Meissner (Initiator der Initiative SSGM, GF Fonatsch GmbH), Sonja Zwazl (Präsidentin Wirtschaftskammer Niederösterreich), Walter Leiss (Generalsekretär Gemeindebund Österreich) und Wolfgang Kocevar (Bürgermeister Stadtgemeinde Ebreichsdorf)

Foto: Bollwein