2019-03-11

Bratislava und Wien gegen Artensterben

Grenzüberschreitendes EU-Projekt

 

CITY NATURE – Zur Steigerung der Biodiversität in urbanen Lebensräumen

Mit dem Projekt CITY NATURE wird ein neuer Meilenstein zum Schutz der Biodiversität gesetzt. Gemeinsam mit der Forstverwaltung Bratislava (Mestské lesy v Bratislave) und Daphne, dem slowakischen Institut für angewandte Ökologie, startet die Wiener Umweltschutzabteilung MA 22 ein dreijähriges Projekt zur Steigerung der Biodiversität in urbanen Lebensräumen in Wien und Bratislava. Mit den strategischen ProjektpartnerInnen MA 42, MA 18, MA 21 und dem Biosphärenpark Wienerwald werden die gesteckten Ziele bestmöglich umgesetzt.

Im Laufe der nächsten drei Jahre sind vielfältige Aktivitäten und Veranstaltungen in enger Zusammenarbeit mit den Leadpartnern aus der Slowakei geplant, die über Artenvielfalt und deren Schutzmöglichkeiten und –maßnahmen informieren sollen sowie zum Mitmachen oder selber umsetzen anregen möchten. 

So findet am 22. Juni erstmals ein internationaler Tag der Artenvielfalt statt, bei welchem ExpertInnen unter anderem über Wissenswertes rund um Insekten und Gebäudebrüter informieren. Geplant sind auch Sensenmähkurse, bei denen alle, die schon immer einmal eine Sense schwingen wollten, in die richtige Technik eingewiesen werden aber auch wichtige Hintergrundinformationen rund ums händische Mähen und dessen Vorteile erhalten.

Neben den Insekten stehen auch die Konsumenten dieser eiweißreichen Nahrung, Fledermäuse und Mehlschwalben im Focus von CITY NATURE.

Durch Telemetrie werden die Wochenstuben (Fortpflanzungsstätten) von seltenen Fledermausarten, zum Beispiel vom Großen Mausohr und dem Grauen Langohr erforscht. Darüber hinaus werden die Lebensumstände der Mehlschwalbe in Wien und Bratislava über einen längeren Zeitraum erhoben und analysiert. Im Vordergrund bei diesen Unterfange steht die Ableitung von Schutzstrategien, um den Bestand dieser Arten in Wien und Bratislava langfristig erhalten zu können.

Das Projekt wird im Rahmen des INTERREG V-A SK-AT-Kooperationsprogramms durchgeführt, das vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert wird.

 
 
Der Verlust der Insektenvielfalt ist eine ernst zu nehmende Tatsache, die mittlerweile bei allen Gruppen der Gesellschaft mit Sorge wahrgenommen wird. Wo sind die Wiesen mit den vielen bunten Schmetterlingen geblieben, von denen unsere Eltern und Großeltern immer wieder erzählten?

Insekten sind für viele Ökosysteme unverzichtbar, sind sie doch maßgeblich für die Bestäubung und Verbreitung von Pflanzen verantwortlich und dienen anderen Tieren als wichtige Nahrungsgrundlage. Sterben die Insekten aus, bedeutet dies unter anderem auch das Ende unserer Vogelfauna. Die Gründe für das Insektensterben sind von Menschenhand gemacht. Landwirtschaftliche Monokulturen, Pestizideinsatz aber auch die Klimaerwärmung tragen dazu bei, dass die Biodiversität der Insekten bereits seit Jahren drastisch abnimmt.

 

Foto: Mestské Lesy