2018-07-18

„baum“: Bratislava Umland Management 2020

Region rund um Bratislava vernetzt sich mit Österreichs Grenzgebiet

 

Bratislava – Hainburg – Eisenstadt - Lassee: Das „Bratislava Umland Management 2020“ (baum2020) ist eine Plattform, um den Austausch der Stadt Bratislava mit ihrem österreichischen Umland zu vertiefen. Bereits Ende April 2018 fand der Kick-Off für das EU Projekt baum2020 statt – bei einem Treffen der Bürgermeister dieser grenzüberschreitenden Region. Der Start ins Projekt war intensiv, denn aufgrund des Ablaufs der Konzession des Betreibers der grenzüberschreitenden Buslinie 901 drohte Mitte Juni das Aus für die beliebte Verbindung von Bratislava nach Hainburg. Der Stopp der Linie konnte erfolgreich abgewendet werden. Nichtsdestotrotz gibt es eine Vielzahl von weiteren dringlichen Themen im Grenzgebiet von Bratislava mit Österreich: baum2020 initiiert und moderiert eine Reihe von Arbeitsreffen, die zur Klärung und Lösung von grenzüber¬schreitenden Herausforderungen beitragen sollen. Bisher haben hierzu zwei Fachtreffen stattgefunden: ein Treffen der Raumplanungsabteilungen der Länder NÖ, Burgenland und der Stadt Bratislava am 24. Mai in Eisenstadt und erstmalig ein Treffen der Verkehrsverbünde VOR und BID (Verkehrsverbund der Stadt und der Region Bratislava) am 14. Juni in der slowakischen Hauptstadt. Weiters fand am 15 Juni in Lassee ein Treffen der Steuerungsgruppe von baum2020 statt.

Bus 901 Bratislava – Wolfsthal – Hainburg: Weiterbestand vorerst gesichert

Das Unternehmen „Dopravný podnik Bratislava“ (DPB – der Verkehrsbetrieb von Bratislava) betreibt seit 10 Jahren erfolgreich diese grenzüberschreitende Busverbindung. Für Mitte Juni drohte jedoch wegen Ablaufs der grenzüberschreitenden Konzession die vorübergehende Einstellung der Busverbindung. Das Team von baum2020 setzte sich im Zusammenspiel mit den Gemeinden Wolfsthal, Hainburg und dem Betreiber DPB für den Weiterbestand der beliebten Busverbindung 901 ein. Im letzten Moment wurde schließlich die Erteilung einer vorläufigen Konzession für die kommenden Monate erreicht. Für die Menschen, die täglich von Wolfsthal und Hainburg nach Bratislava einpendeln ist dies natürlich eine erleichternde Botschaft.

Grünraum

Grünraum im Fokus – Staatsgrenze bei Kittsee, Berg, Petržalka und Jarovce: Das Arbeitstreffen der LeiterInnen der Raumplanungsabteilungen der Bundesländer Niederösterreich und Burgenland, sowie der Stadt Bratislava am 24.Mai im „Landhaus Neu“ in Eisenstadt stand ganz im Zeichen der gemeinsamen Grenze. Diskutiert wurde über Funktionsweise und Verantwort-lichkeiten der Raumplanungssysteme in den 3 Gebietskörperschaften, außerdem wurden gemeinsam die Flächenwidmungspläne entlang der Grenze studiert. Fazit: der Grünstreifen entlang der Grenze von Bratislava mit Österreich ist weitgehend durch bestehende Schutz¬gebiete und Grünlandwidmungen gesichert, einzig in den Stadtteilen Petržalka und Jarovce herrscht ein gewisser Siedlungsdruck an der Staatsgrenze. Die bisherige Bautätigkeit hat sich hier allerdings bisher „hinter“ der Stadtautobahn von Bratislava (aus österreichischer Perspektive) konzentriert.

Erster Erfahrungsaustausch der Verkehrsverbünde: Auch das zweite Fachtreffen brachte interessante Einblicke für die handelnden Akteure. Am 14 Juni 2018 trafen der „Verkehrsverbund Ost-Region“ (VOR) und dessen Äquivalent in Bratislava, die „Bratislavská integrovaná doprava“ (BID) im Primatialpalast in der Altstadt von Bratislava zusammen. Auf dem Programm standen wiederum ein Kennenlernen der handelnden Akteure, und die Diskussion der Funktionsweise und Aufgaben der beiden wichtigen Player im Bereich Mobilität. Diskutiert wurden auch erste Ideen für mögliche zukünftige Kooperationen, eine Intensivierung des grenzüberschreitenden Verkehrs, sowie über Fördermöglichkeiten im Rahmen des Programms Interreg SK-AT. Es liegt nun unter anderem auch am Projekt baum2020, diese Ideen in den nächsten Monaten weiter voranzutreiben.

Zweites Steuerungsgruppentreffen vor dem Sommer in Lassee: Die insgesamt 9 österreichischen und slowakischen Vertreter in der Projektsteuerungsgruppe von baum2020 (=oberstes Entscheidungs¬gremium des Projektes) trafen außerdem am 15. Juni im Rathaus im niederösterreichischen Lassee zusammen. Das baum2020-Projektteam erstattete hierbei den Entscheidern Bericht über die Ereignisse der vergangenen Monate. Die Bürgermeister Karl Grammanitsch (Lassee/Region Marchfeld), Landtagsabgeordneter Gerhard Schödinger (Wolfsthal/Region Römerland-Carnuntum) und Johannes Hornek (Kittsee/Region Nordburgenland) sind die drei österreichischen Gemeindevertreter in diesem Gremium, und vertreten dabei jeweils die Interessen Ihrer Region. Für Österreich sitzen außerdem die Chefs der Raumplanungs-abteilungen der Länder Niederösterreich und Burgenland in diesem Gremium: Ilse Wollansky (NÖ) und Peter Zinggl (Burgenland). Bratislava ist vertreten durch die Bürgermeisterinnen der Stadtteile Devín (Ľubica Kolková) und Čunovo (Gabriela Ferenčáková), durch die Abteilungsleiterin der Raumplanungsabteilung des Magistrats (Karin Lexmann) sowie durch die Chefarchitektin der slowakischen Hauptstadt (Ingrid Konrad).

 Plattform

baum2020 ist eine Plattform der Stadt Bratislava und der österreichischen Umlandgemeinden zu Fragen der Raumentwicklung und zur Initi¬ierung gemeinsamer Projekte. Damit haben sich die Bundesländer Niederösterreich und Burgenland - im Projekt vertreten durch NÖ.Regional.GmbH und Regionalmanagement Burgenland GmbH - und die Stadt Bratislava die dauerhafte Etablierung eines Stadt-Umland-Managements zum Ziel gesetzt. Der erste große Schritt hierbei war die Installierung eines gemeinsamen Koordinationsbüros für diese mitteleuropäische Stadtregion. Dieses Projektbüro in Bratislava ist vorerst bis Ende 2020 vertraglich gesichert. Dadurch sollen die Beziehungen und der Informationsfluss zwischen der slowakischen Hauptstadt und ihrem österreichischen Umland vertieft werden. Das ist ein zweifellos auch europaweit beispielhafter Meilenstein in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

Zeithorizont 2020+ : Die Aktivitäten des Bratislava Umland Managements sind bis 2020 projektiert und werden im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg V-A Slowakei – Österreich 2014-2020 (www.sk-at.eu) aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Die Kofinanzierung in Österreich erfolgt durch das Land Niederösterreich und durch das Amt der Burgenländischen Landesregierung.

Download baum2020-Projektfolder: http://www.projekt-baum.eu/assets/File.ashx?id_org=700028&id_dokumenty=1237

 

Foto: Arbeitsgruppentreffen zum Thema „Raum-Mobilität“ im Primatialpalast in Bratislava (von links) Werner Molik und Andrea Stütz (beide: VOR GmbH - Verkehrsverbund Ost-Region); rechts – Matúš Kužel und Stanislav Styan (beide: BID - Bratislavská integrovaná doprava)

Foto: baum2020