2018-04-01

Wir wünschen frohe Ostern!

Nasse Bräuche in der Slowakei

Der größte Teil der slowakischen Bevölkerung ist römisch-katholisch. Das Osterfest ist in der Slowakei das wichtigste Fest der christlichen Glaubensgemeinschaft und wird ausgiebig gefeiert. Die tschechische bzw. polnische Übersetzung von Ostern lautet „velikononce“. Dies kommt von „Velike noci“ und bedeutet “großartige Nacht“. Ostern in der Slowakei ist eine sehr religiöse und fröhliche Zeit. Viele Bräuche werden immer noch gelebt, wobei unterschiedliche Regionen durchaus eigene Bräuche haben. Viele Bräuche zu Ostern sind verknüpft mit dem Frühling und dem beginnenden neuen Leben.

Der Ostersonntag beginnt mit einem Gottesdienst in der Kirche. Es wird die Auferstehung Jesu Christi gefeiert. In der Region Zemplin läuten am Ostersonntag keine Glocken, um die Menschen zum Kirchengang zu rufen. Hier werden kleine „Hölzer“ gedreht, die sehr laute Geräusche machen. Worauf dieser Brauch zurückgeführt werden kann, konnte leider nicht in Erfahrung gebracht werden.
Viele Gläubige bringen in den Gottesdienst einen Korb mit Essen mit und lassen diesen in der Kirche weihen. Die Körbe sind mit Lebensmitteln für das Frühstück gefüllt. Es werden vor allem das Osterlamm, die Eier, Brot, einer Kerze und Schinken geweiht, die auch hier die traditionellen Ostersymbole darstellen.
Zu früheren Zeiten gingen die Gläubigen nach dem Gottesdienst zum nahegelegen Bach und wuschen sich dort, um sich von den Sünden zu befreien. Dieser Brauch wird heutzutage kaum noch gelebt. Heute werden nach dem Gottesdienst die Körbe mit dem Essen so schnell wie möglich auf dem kürzesten Weg nach Hause gebracht. Die Eile den Korb schnell nach Hause zu bringen symbolisiert, dass auch die anfallende Arbeit im nächsten Jahr schnell erledigt werden kann. Bevor der Korb jedoch ins Haus gebracht wird, laufen die Menschen in der Slowakei noch dreimal damit um ihr Haus. Laut der Überlieferung soll dies kleine Tiere im Haus vertreiben.

Wasserbrauch und Rute schlagen

Der Brauch des „Begießens“ und des „Schlagens“ gehen von ähnlichen heidnischen Vorstellungen aus und sind bis heute hauptsächlich auf dem Lande in der Slowakei erhalten geblieben

Am Ostermontag versammeln sich Männer früh am Morgen, um gemeinsam los zu ziehen und Frauen mit Wasser zu übergießen. In den Großstädten oder bei „älteren“ Damen wird die Tradition des „Badens“ und „Schlagens“ jedoch in einer abgeschwächten Form vollzogen. Anstatt eimerweise mit Wasser überschüttet zu werden, oder in eine Wanne voll mit Wasser hineingeworfen zu werden, werden die Frauen fein mit Wasser oder Parfüm bespritzt. Das Übergießen mit Wasser soll die Gesundheit und die Schönheit der betroffenen Frauen im kommenden Jahr erhalten. Frauen die ausgelassen werden, sind unter Umständen sogar beleidigt. Das Wasser soll eine reinigende und fertile Wirkung haben. Deshalb ist der Brauch, mit Wasser übergossen zu werden, für viele junge Frauen und künftige Mütter von besonderer Bedeutung. Beim Übergießen der Mädchen mit dem Wasser wiederholen die Männer dreimal den gleichen Spruch „Christos woskres“, was so viel bedeutet wie „Christus ist auferstanden“.

Ferner ist es Tradition, dass die Frauen von den Männern mit einer handgemachten Rute (korbac) „symbolisch“ geschlagen werden. Es handelt sich um leichte Schläge, die nicht wehtun, zumal die Rute zuvor mit bunten Bändern hübsch geschmückt wurde. Durch die „Schläge“ sollen etwaige Krankheiten oder böse Kräfte aus dem Körper hinausgeschlagen werden. Die aus frischer Weide geflochtenen Ruten sollen auf die Frauen und Mädchen lebensspendende Energie und Frische übertragen.
Zum Ausgleich und als Dank für das Wasser und die Rute schenken die Frauen dem Mann oft ein bunt bemaltes Ei, ein Gebäck, ein kleines Gläschen Schnaps oder einen kleinen Geldbetrag. Auch hat sich in manchen Gegenden durchge-setzt, dass die Frau am Nachmittag des nächsten Tages die Männer mit einem Eimer kalten Wasser übergießt. Dies ist jedoch nicht flächendeckend verbreitet und wird nur in ein paar kleinen Dörfern in der Region Zemplin so gelebt.

Ostereier

In der Slowakei herrscht eine kunstvolle Eierbemal-Tradition - die sogenannten „velikonocni kraslice“ (Bemalungen auf den Eiern). Die Eier werden gemeinsam mit „roter Beete“ gekocht, damit sie die rote Farbe annehmen. Um gelbe Eier zu erhalten, werden sie gemeinsam mit Zwiebeln gekocht. Oft werden die Eier auch mit Eierfarbe bemalt und verziert. Die bemalten Eier werden anschließend in ei-nem mit Gras oder ähnlichem Material ausgelegten Korb gelegt, gegessen oder verschenkt.

Quelle: brauchwiki.de

Foto: Das Riesenei vor der alten Oper in Bratislava.

Foto: PZ/cm